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Rundbrief juni 2008

Christen und Politik - Regierung – Spiegelbild der Kultur oder Kultur – Spiegelbild der Regierung?

das Wort „Mythos“ wird laut dem Amerikanischen Wörterbuch „Webster’s Dictionary“ folgendermaßen definiert: Eine reale oder fiktive Geschichte, die an das Gewissen eines Volkes appelliert, indem sie seine kulturellen Ideale verkörpert oder gemeinschaftlich empfundenen Emotionen Ausdruck verleiht. Diese Definition drückt exakt das aus, was der Amerikanischen Kirche im Hinblick auf die Politik passiert ist.

 

Der tiefen Emotionen entspringende Herzenswunsch, unsere Christlichen Ideale in der Regierung vertreten zu sehen, hat zur Entstehung eines Mythos geführt. Dieser Mythos besagt: Christen werden ihre politischen Freiheiten verlieren, es sei denn, sie engagieren sich aktiv im politischen Geschehen. Aber ist das wahr?

 

In den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts war diese Philosophie der Auslöser für die größte bislang dagewesene Basisbewegung evangelikaler Christen in die Politik hinein. Diese Bewegung verhalf innerhalb der letzten achtundzwanzig Jahre für zwanzig Jahre konservativen Präsidenten ins Weiße Haus und veränderte in der Folge die Zusammensetzung des Obersten Gerichtshofs.

 

Zwar sind das gute Erfolge, doch ist es einfach festzustellen, dass die Politik unsere realen Probleme nicht gelöst hat. Bestenfalls sind einige gesellschaftliche Erkrankungen ein wenig länger ausgeblieben. Doch immer noch fordert Abtreibung jährlich den Tod Millionen unschuldiger Kinder, und das moralische Gefüge Amerikas zeigt Auflösungserscheinungen alarmierenden Ausmaßes. 

 

Bedeutet das, dass wir zum Untergang verurteilt sind? Ja tatsächlich, wenn wir glauben die Regierung könnte das tun, wozu in Wirklichkeit nur die Kirche berufen wurde. Unsere Regierungsform war nie dazu bestimmt, die Gesellschaft zu verändern; sie ist unfähig, durch Gesetzeserlass Moralität herzustellen. Sie mag vielleicht dabei helfen, Unmoral in Schranken zu halten, aber nur dann, wenn die Kirche schon vorher in den Herzen der Männer und Frauen, die regieren, ein moralisches Fundament gelegt hat.

 

Wie wir in vergangener Gerichtspraxis erlebt haben, treffen Richter mit großer legaler Macht, aber fehlendem moralischen Charakter, Entscheidungen, die jeder vernünftigen Interpretation des Gesetzes widersprechen. Sie nennen Gutes böse und Böses gut (Jes 5,20) und bringen die Opfer häufig dazu, sich schuldig zu fühlen, während sie Sympathie für die Täter wecken.

 

John Adams, der zweite Präsident der Vereinigten Staaten, schrieb 1789: Unsere Verfassung wurde nur für ein moralisches und religiöses Volk geschaffen. Sie ist völlig ungeeignet für eine andere Regierung ... Eine freie Regierung beruht auf öffentlicher und privater Moral. Nicht unsere Regierung hat versagt, sondern die Gemeinde ist darin gescheitert, das Salz der Erde zu sein (Mt 5,13).

 

Lies, was Dr. Jedediah Morse im Jahre 1799 feststellte: In dem Maße, wie die echten Auswirkungen des Christentums in einer Nation abnehmen, entweder durch Unglauben oder die Verfälschung seiner Lehren oder die Missachtung seiner Einrichtungen, in demselben Maße wird das Volk dieser Nation von den Segnungen echter Freiheit abrücken ... Wann immer die Säulen des Christentums gestürzt werden, müssen unsere gegenwärtigen republikanischen Regierungsformen und die ihnen entspringenden Segnungen mit ihnen fallen.  Er brachte damit zu Ausdruck, dass das Christentum und nicht die Regierung die treibende Kraft hinter wahrer Freiheit ist.

 

Als der Zweite Weltkrieg Amerika wieder zu einer betenden Nation machte, brach eine Erweckung aus, die immer noch als die Ära der meisten Kirchenbesuche in der jüngsten Geschichte bezeichnet wird. Umkehr und die Suche nach Gott bescherten uns eine Zeit des Friedens und großen Wohlstandes. Diese guten Zeiten hatten zur Folge, dass die Kirche in einen tiefen Schlaf versank. Und während sie schlief, wurde eine neue Generation, die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge, langsam aber sicher von Materialismus und der Freiheit von moralischen Zwängen besessen.

 

Und wie reagierte die Kirche darauf? Unterschiedlich und manchmal sogar gut. Menschen begannen, den Herrn zu suchen, und der Herr reagierte durch Phänomene, wie die „Jesus People“, die „Charismatische Bewegung“, die „Wort-des-Glaubens-Bewegung“, die „Laienprediger Erneuerung“ usw.. Diese Erweckungsbewegungen wurden nicht durch Einzelpersonen angeführt und hatten dennoch einen weltweiten Einfluss. Dies waren wirklich mächtige Bewegungen des Geistes Gottes.

Doch insgesamt reagierte die Kirche damit, dass sie als Antwort auf gesellschaftliche Leiden politisches Engagement propagierte. Wir dürfen uns keiner Täuschung hingeben – natürlich haben Christen, die in einem Land leben, das ihnen die Freiheit gibt, für eine Regierung zu stimmen oder ein politisches Amt zu bekleiden, eine Verantwortung, sich gesellschaftlich zu engagieren. Doch für viele war Politik nicht bloß eine Waffe gegen den moralischen Niedergang, sondern die einzige Waffe schlechthin. 

 

Calvin Coolidge, der dreißigste Präsident der Vereinigten Staaten, erklärte: Die Grundlagen unserer Gesellschaft und unserer Regierung beruhen so sehr auf den Lehren der Bibel, dass es schwierig wäre, sie [die Grundlagen der Gesellschaft] zu unterstützen, wenn der Glaube an diese Lehren in unserem Land nicht mehr länger allgemeingültig wäre. (eigene Klammern)

Unsere Gesellschaft ist nicht krank wegen der Regierung, sondern weil die Kirche dem Glauben an die Lehre der Bibel in unserem Land nicht „zu praktischer Allgemeingültigkeit“ verholfen hat. Wenn wir damit aufhören, die Herzen der Menschen zu gewinnen, dann ist es unvermeidlich, dass gottlose Menschen in Leiterpositionen aufsteigen und das Land mit sich ziehen.

 

Wenn wir die Herzen der Menschen mit dem Evangelium verändern, dann werden die Menschen die Regierung mit ihren Wählerstimmen verändern. Die Regierung spiegelt lediglich wider, was Menschen in ihren Herzen glauben; doch sie tut nichts, um diesen Glauben zu bilden. William Penn, der Gründer von Pennsylvania, schrieb Anfang des achtzehnten Jahrhunderts: Die Regierung erscheint mir als ein Teil der Religion selbst ... Lasst die Menschen gut sein, dann kann die Regierung nicht schlecht sein.

 

Es ist gut, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen und politische Mittel einzusetzen, um Unrecht wieder gutzumachen. Aber das Evangeliums hat mehr Kraft, die Herzen der Menschen zu verändern, als jede militärische Macht und jedes gesetzgebende Gremium einer Regierung. Billy Graham hat das schon früh verstanden. Als man ihm in den fünfziger Jahren eine Präsidentschaftskandidatur anbot, war seine Antwort, dass er sich nicht zu dieser Position herablassen würde. Das war nicht der Versuch,  das Präsidentenamt herabzusetzen, sondern, das Amt eines Dieners des Evangeliums zu erhöhen.

 

Der Apostel Paulus lebte in einer der unmoralischsten und korruptesten Gesellschaftssysteme, die die Welt je gesehen hat. Dennoch befürwortete er keine politischen Aktionen. Stattdessen wies er die Christen an, sich der Regierung zu unterwerfen (Röm 13) und für die in Autorität stehenden Menschen zu beten (1Tim 2,1-4). Und doch bewirkte Paulus eine gewaltige Veränderung in der Gesellschaft – Herz für Herz. Innerhalb kurzer Zeit wurde das Christentum zur offiziellen Religion eines Kaiserreiches, das die Nachfolger Jesu den Löwen vorgeworfen hatte.

 

Elias Boudinot, Präsident des Kontinentalkongresses im Jahr 1783, später Kongressabgeordneter für den  Staat New Jersey und gleichzeitig Präsident der Amerikanischen Bibelgesellschaft, sagte: Sobald einmal der moralische Charakter eines Volkes verkommt, muss es seinem politischen Charakter schon bald genauso ergehen.

 

Im heutigen Amerika herrscht ein Bürgerkrieg, aber er ist nicht politisch. Sicherlich stellen die Gerichtssäle und Kongresshallen das Schlachtfeld dar, doch der Krieg selbst tobt zwischen Licht und Finsternis, zwischen der Wahrheit des Evangeliums und den Lügen des Teufels. Er herrscht zwischen dem Volk Gottes und den Kindern des Teufels.

 

In diesem Krieg versucht der Feind, seine wahren Ziele hinter der Fassade von individuellen Rechten und persönlichen Freiheiten zu verbergen. Aber eins steht fest – das wirkliche Ziel ist es, Gott und Seinen Einfluss aus unserer Gesellschaft zu eliminieren, damit die Menschen ohne Gewissensbisse oder Schuldbewusstsein ihrem fleischlichen Lebensstil frönen können.

 

Dieser Krieg kann gewonnen und der politische Charakter dieser Nation gerettet werden, wenn wir das Evangelium benutzten, um den moralischen Charakter ihrer Bürger zu verändern. Unsere Gründungsväter verstanden das. Das folgende Zitat zeigt, dass sie von der Regierung nicht erwarteten, die Gesellschaft zu verändern, sondern die bereits existierenden Werte zu schützen.

Nichts kann politisch richtig sein, was moralisch falsch ist.

Benjamin Rush, 1786

 

Die Kirche muss ihre Kräfte wieder auf den großen Auftrag richten, den uns der Herr Jesus Christus gegeben hat:

 

„Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,  und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Matthäus 28, 19-20)

 

Annähernd 30 Prozent der Amerikaner geben an, wiedergeboren zu sein. Wenn jeder von ihnen in den kommenden vier Jahren nur einen einzigen Menschen zum wahren Glauben führen würde, dann wären zur Zeit der dann wieder anstehenden Präsidentschaftswahlen über 60 Prozent der Gesamtbevölkerung wiedergeboren. Wenn das geschähe, dann würde es wirklich eine Veränderung geben.

 

Um dir dabei behilflich zu sein, das Herz eines Menschen zu verändern, haben Don Krow, Bibellehrer und Dozent am Charis Bible College (CBC), und ich einen Kursus mit dem Titel „Discipleship Evangelism: Condensed Version“ entwickelt. Es ist ein Buch in Spiralbindung mit 48 leicht verständlichen und anwendbaren Lektionen über die Grundlagen des Christentums.

Damit ist es einfach, einen Freund oder geliebten Menschen zum Jünger zu machen. Wenn du lesen kannst, dann kannst du dieses Hilfsmittel benutzen, um das Leben eines Menschen zu verändern. Dem Buch liegt eine CD-ROM bei, mit deren Hilfe man das im Buch enthaltene Material kopieren und an die verteilen kann, die man zu Jüngern ausbildet. Wir erleben, dass dieses Material auf der ganzen Welt eingesetzt wird, um Menschenleben zu verändern.
           
Im letzten Jahr benutzte ein CBC–Absolvent genau dieses Hilfsmittel, um in Uganda über 800 Pastoren zu Jüngern auszubilden. Er las den Text Wort für Wort vor und folgte dann lediglich im Buch den Anweisungen für Lehrer. Nach jeder Lektion gingen diese Pastoren zu ihren Gemeinden zurück und lehrten ihre Mitglieder genau dieselbe Lektion. In diesem Jahr nehmen schon über 2000 einheimische  Pastoren teil. Sie werden von den Absolventen des Vorjahres unterrichtet und repräsentieren insgesamt 200.000 Gemeindemitglieder.

 

Auch in Amerika wird dieser Kursus erfolgreich eingesetzt. Viele benutzen ihn zum Bibelstudium, für Hauskreise, die Sonntagsschule oder zur persönlichen Arbeit mit Freunden oder der Familie. Ganz gleich, wen Gott dir aufs Herz gelegt hat, dieser Kursus wird dir  helfen, das Leben der betreffenden Menschen zu verändern. Jesus gab uns nie den Auftrag, Bekehrte zu produzieren; Er befahl uns, Menschen zu Jüngern zu machen.

Du kannst den Kursus auf unserer Webseite unter www.awme.net bestellen, telefonisch bei unserem Beratungstelefon in England unter +44 1922 473 300 oder schriftlich bei
Andrew Wommack Ministries Europe, P.O. Box 4392, Walsall WS1 9AR, England. 

Gott segne dich!


Wir lieben euch,

Andrew und Jamie


P.S. Es gibt auch eine Einzellehre von mir auf Kassette oder CD mit dem Titel „Christians and Politics“.
Die gibt es bei Bestellung des Lehrkurses „Discipleship Evangelism: Condensed Version“ gratis dazu.
Du kannst sie natürlich auch einzeln zum Preis von 5,– € oder mehr bestellen. 


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