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Rundbrief Juli 2007

So Kann Man Glücklich Sein

 

Jeder sehnt sich nach Glück, doch nur wenige besitzen es. Das Streben danach ist universell und zeitlos. Schon vor Generationen erkannten die Verfasser der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten diese Sehnsucht. In ihrer Erklärung legten sie nieder, dass alle Menschen von ihrem Schöpfer  mit bestimmten unveräußerlichen Rechten versehen wurden, das Recht, nach Glück zu streben, eingeschlossen.

 

Für die meisten Menschen ist Glück jedoch schwer zu fassen. Um es noch schwerer fassbar zu machen, sind die meisten Christen gelehrt worden, dass Heiligkeit und Glück einfach unvereinbar sind. Das liegt daran, dass in der Kirche ein Schwerpunkt darauf gelegt worden ist, dass Jesus ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut war.

 

In Jesaja 53,5 heißt es:

„Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen.
Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“

 

Dieses Bild ist jedoch nicht vollständig.  Dieselbe Bibel, die aussagt, dass Jesus litt, sagt auch aus, dass Er mehr als alle anderen mit Feudenöl gesalbt war und dass die Freude am Herrn unsere Stärke ist.        

                                                       
„Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst; darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbt mit Feudenöl vor deinen Gefährten.“ (Hebr 1,9)

 

„Und er sagte (weiter) zu ihnen: Geht hin, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet dem Anteile, für den nichts zubereitet ist! Denn der Tag ist unserem Herrn heilig. Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN, sie ist euer Schutz (King James Version der Bibel: eure Stärke)“ (Neh 8,10).

 

Keine Freude – kein Schutz und keine Stärke. Das ist ein Grund, warum wir viele schwache Christen haben.

 

Ist wahres Glück also erreichbar? Und wenn ja, wie erlangen wir es?

Zunächst  möchte ich darauf hinweisen, dass es viele Schriftstellen gibt, die uns befehlen, dass wir uns freuen und froh sein sollen (Ps 32,11; 40,17; 68,4; 70,5; um nur einige aufzuführen). Einige fordern uns speziell auf, uns inmitten unserer Schwierigkeiten zu freuen (Ps 34,1; Mat 5,12 und Joh 16,33). Das Volk Israel wurde sogar  bestraft, weil es dem Herrn wegen des Überflusses an allem, was der Herr getan hatte, nicht mit Freude und Fröhlichkeit im Herzen diente.

 

„Dafür, dass du dem HERRN, deinem Gott, nicht mit Freude und mit fröhlichem Herzen gedient hast wegen des Überflusses an allem, wirst du deinen Feinden, die der HERR gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem. Und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vernichtet hat“ (5Mo 28,47-48).

 

Wenn also Freude ein Befehl war und Menschen dafür bestraft wurden, dass sie sich nicht freuten, dann ist Freude etwas, das wir kontrollieren können. Der Herr wäre ansonsten ungerecht gewesen, uns Freude zu befehlen.

 

Heutzutage denken Menschen, dass Glück ein Resultat und keine Entscheidung ist. Sie glauben, dass Glück das unvermeidliche Resultat wäre, wenn sie keinerlei Probleme und gute Dinge im Überfluss  hätten. Das ist nicht wahr.

 

Glück ist kein Existenzzustand; Glück ist ein Seelenzustand. Ein Mensch kann glücklich sein, wenn jeder und alles um ihn herum in Aufruhr ist. Er kann zufrieden sein, ganz gleich, wie die finanziellen oder gesundheitlichen Bedingungen auch aussehen mögen. Wahres Glück und wahre Zufriedenheit sind nicht von den Umständen abhängig.

 

Nimm zum Beispiel den Apostel Paulus. Paulus schrieb seinen Brief an die Philipper, während er in Rom in Gefangenschaft war. Er hatte in Israel schon zwei Jahre im Gefängnis zugebracht, dann ein Jahr für die Überstellung nach Rom gebraucht und verbrachte danach eine uns nicht bekannte Zeit in Rom. Er musste mit seiner möglichen Hinrichtung rechnen.

 

Und doch ist sein Brief an die Philipper der glücklichste Brief, den er je schrieb. In diesem kurzen Brief spricht er siebzehnmal davon, sich zu freuen. Wie war das möglich? Was war Paulus' Geheimnis? Der Brief an die Philipper liefert uns die Schlüssel, die Paulus benutzte, um einen solchen Erfolg zu erzielen.

 

In Philipper 4,11 sagt Paulus:

“... denn ich habe gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in welcher ich mich befinde.
(Schlachter)

 

Beachte, dass Zufriedenheit etwas ist, das der Apostel Paulus lernte. Zufriedenheit kam nicht selbstverständlich, naturgemäß oder ohne Anstrengung. Niemand von uns kam aus dem Mutterleib und konnte schon lesen und schreiben; wir mussten das jahrelang unter Anstrengung lernen. Genauso muss auch Zufriedenheit, die ein wichtiger Bestandteil von Glück ist, erlernt werden. Sie überkommt uns nicht wie ein Anfall, und wir stecken uns auch nicht mit ihr wie mit einer Erkältung an. Sie ist eine erworbene Charaktereigenschaft.

 

Wie eignen wir uns Glück an? Erst einmal müssen wir uns mit dem auseinander setzen, was in uns ist. Die meisten Menschen gehen anders vor. Sie wollen sich mit Äußerlichkeiten auseinander setzen. Sie beten dafür, dass ihre Probleme gelöst werden und ihnen nur gute Dinge und gute Menschen begegnen. Ein kleiner Tipp von mir: Das  passiert nicht!

 

Solange wir auf dieser Welt sind, werden wir Probleme haben (Johannes 16,33). Und wenn wir für Gott leben, werden wir verfolgt werden (2Tim 3,12). Wenn du nie mit dem Teufel zusammenstößt, dann liegt das daran, dass du in dieselbe Richtung läufst wie er. Wenn du dich umdrehst und gegen den Strom schwimmst, wirst du immer auf Widerstand stoßen. Und Menschen und Umstände können sich dann gegen dich wenden.

 

Du kannst das, was außen vorgeht,  nicht immer kontrollieren, wenn du mit mit Widerstand konfrontiert wirst, doch hast du vollständige Kontrolle darüber, was in dir geschieht. Hinzu kommt, dass du dadurch gleichzeitig auch Kummer in deinem Leben beseitigst.

 

Ich habe ein kleines Buch  mit dem Titel  Selfcenteredness: The Root of All Grief (Ichbezogenheit: die Wurzel allen Kummers; Erscheinungsdatumin Deutsch voraussichtlich September 2007) geschrieben. Darin zeige ich auf, dass Ichbezogeneheit tatsächlich die Wurzel all unseres Kummers ist. Ich weiß, das ist für manch einen eine bittere Pille. Aber das liegt daran, dass wir in einer Gesellschaft leben, die es gelernt hat, Umständen und anderen Menschen die Schuld zu geben, statt persönliche Verantwortung zu übernehmen.

 

Sprüche 13,10 macht z.B. sehr deutlich, dass unser Stolz und nicht die Art und Weise, wie andere uns behandeln, die Wurzel für Streit (oder Hader) ist:

 

Unter den Stolzen ist immer Hader; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen.“
(Luther)

 

Wenn wir nicht so sehr in uns selbst verliebt, so stolz und ichbezogen wären, dann würden wir nicht so empfindlich auf die Dinge reagieren, die uns gegen den Strich gehen. Tatsächlich steckt nur unsere Eigenliebe dahinter.

 

Es gehört mit zu den befreiendsten Erfahrungen überhaupt, einen anderen mehr zu lieben als sich selbst. Und wenn Gott derjenige ist, den du mehr liebst, dann wirst du dich freuen, wenn Er verherrlicht wird, selbst wenn das durch dein Leiden geschieht.

 

So war das auch bei Paulus. In Philipper, Kapitel 1, versucht der Apostel Paulus, die Philipper zu trösten. Sie waren für Paulus ganz besondere Menschen, und er war besonders für sie. In Philipper 4,15-16 stellt Paulus fest, dass die Philipper die einzige Gemeinde waren, die ihm jemals etwas zukommen ließ, nachdem er ihr Gebiet verlassen hatte. Das taten sie nicht nur einmal, sondern zweimal, und sie hätten ihm noch häufiger als Partner finanziell zur Seite gestanden, wenn sie gewusst hätten, wo er war.

Er wollte sie beruhigen, dass mit ihm alles in Ordnung war. Wie tat er das? Er erklärte ihnen, dass all sein Leiden dem Königreich Gottes förderlich gewesen war.

 

In Philipper 1,12-18 sagt Paulus:

„Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums ausgeschlagen sind, so dass meine Fesseln in Christus im ganzen Prätorium und bei allen anderen offenbar geworden sind und dass die meisten der Brüder Vertrauen gewonnen haben durch meine Fesseln und viel mehr wagen, das Wort Gottes ohne Furcht zu reden. Einige zwar predigen Christus auch aus Neid und Streit, einige aber auch aus gutem Willen. Die einen aus Liebe, weil sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums eingesetzt bin; die anderen aus Eigennutz verkündigen Christus nicht lauter, weil sie (mir in) meinen Fesseln Bedrängnis zu erwecken gedenken. Was (macht es) denn? Wird doch auf jede Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch freuen, ...“

 

Das spricht Bände! Paulus liebte Gott und die Förderung des Evangeliums mehr als sich selbst. Wenn es dem Königreich Gottes durch Paulus' Inhaftierung besser ging, dann war es das alles wert. Was für eine großartige Haltung! Wir täten gut daran, sie zu übernehmen.

 

Wenn Gott und andere dir wichtiger sind als du selbst, dann bist du auf dem besten Weg zum Glück. Wenn du aber nur von dir selber eingenommen bist, dann hast du sehr wenig davon. Und hierin liegt das hauptsächliche Hindernis für Zufriedenheit und Glück.

 

Die meisten Menschen sind so selbstsüchtig – d.h. so süchtig nach sich selbst – wie  Drogenabhängige nach ihrer Droge. Sie sind nie zufrieden. Und diese ichbezogene Unzufriedenheit ist Satans größtes Einfallstor für Versuchung. Er benutzte Eigeninteressen, um Adam und Eva zu versuchen, obwohl sie in einer perfekten Welt lebten  und  kein einziges Problem hatten.

 

„... aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens (steht), hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt! Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses“ (1Mo 3,3-5).

 

Die Jünger waren selbst mit Jesus nicht zufrieden. Trotz all der Dinge, die sie Ihn hatten tun sehen, wollten sie noch mehr äußerliche Beweise dafür, wer Er war.

 

Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns“ (Joh 14,8).

 

Wir können unser Ich nie wirklich zufrieden stellen. Wir müssen unserem Ego sterben und Gott und andere über unser Ich stellen. Das ist leichter gesagt als getan, aber wenn wir unserem Ich erst einmal gestorben sind, ist Glück schon in Reichweite.

Des weiteren müssen wir uns mit dem, was außen geschieht, d.h. mit unseren Umständen auseinander setzen. In 2.Korinther 4,17-18 liefert Paulus einen großartigen Einblick, wie man das tut. Dort heißt es:

 

Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig.“

 

Paulus erklärte, dass seine Bedrängnis nur leicht war. Das sagte er nicht, weil er keine Probleme hatte. Du kannst eine Liste seiner „leichten Bedrängnis“ in 2.Korinther 11,23-30 nachlesen. Sie umfasst Schläge mit Ruten und Stöcken, Gefängnis, Schiffbruch, Hunger und Durst wegen seiner Missionsarbeit und vieles mehr. Wie können wir dann von unserer schweren Last sprechen, wenn Paulus all seine Probleme, die viel schlimmer waren als all das, was wir jemals erlitten haben, nur als das Leichte seiner Bedrängnis bezeichnete?

 

Du siehst, dass also nicht deine Probleme das Problem sind; was deine Probleme zu einem Problem macht, ist die Art und Weise, wie du sie betrachtest, und der Wert, den du ihnen beimisst. Paulus sagte, dass all seine Bedrängnisse schnell vorübergehend waren. Das besagt, dass sie im Vergleich zur Ewigkeit kurzlebig waren. Paulus rückte alles in die Perspektive der Ewigkeit.

 

Gleichgültig, wie schlecht die Dinge in diesem Leben auch sein mögen, uns allen wurde eine Ewigkeit versprochen, die so wunderbar ist, dass all unsere Schwierigkeiten im Vergleich dazu verblassen. In Römer 8,18 heißt es:

 

„Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

 

Unsere Zukunft ist so strahlend, dass wir sie nicht anschauen können, ohne zu blinzeln. Alle Leiden dieser Welt sind im Vergleich mit der Ewigkeit und all den Freuden, die der Herr für uns auf Lager hat, nur kurz und bedeutungslos. Wenn wir uns das ständig bewusst machen, werden unsere Probleme dadurch auf ein erträgliches Maß schrumpfen.

 

In 2.Korinther 4,18 erwähnt Paulus auch, dass er nicht auf die zeitlichen Dinge der Welt schaute, sondern sich auf die unsichtbaren Dinge des Himmels konzentrierte. Wenn wir nur in diesem Leben nach Glück suchen, dann wird es uns schlecht gehen (1Kor 15,19). Unser wahres Glück liegt in Jesus und in unserer Zukunft mit Ihm. Wenn wir im Glauben stehen, können wir schon jetzt, in diesem Leben, unaussprechliche und verherrlichte Freude haben (1Petr 1,8). Freude ist unser Anker in der Ewigkeit, der unsere Herzen davor bewahrt, bestürzt zu werden (Joh 14,1-3).

 

Es gibt noch viele andere wichtige Wahrheiten über Glück, die der Apostel Paulus offenbart hat. In meinem sechsteiligen Lehralbum mit dem Titel How to Be Happy – So kann man glücklich sein – (bislang nur in Englisch erhältlich) lehre ich über diese Wahrheiten, die ebenfalls  Schlüssel zum Glück sind. Ich glaube, dass es für jeden Christen absolut unerlässlich ist, sie zu verstehen. Warum forderst du nicht einfach dieses Lehralbum für dich an und vielleicht sogar ein zweites für einen Freund? Das wird dir garantiert nicht Leid tun, sondern dich glücklich machen.



Wir lieben euch,

Andrew und Jamie

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